AIS — Automatic Identification System
Seit Anfang 2005 sind alle Seeschiffe über 300 BRZ verpflichtet einen AIS-Transponder der
Klasse A an Bord zu betreiben. Seit Ende 2006 gibt es Transponder der Klasse B für
Sportboote und nicht ausrüstungspflichtige Berufsfahrzeuge.
Mit diesen Geräten werden Daten über die UKW-Seefunkfrequenzen 161,975MHz (AIS1) und 162,025MHz (AIS2) als Datenprotokoll im HDLC Rahmen übertragen.
Bei den Klasse-A-Transpondern handelt es sich um folgende Schiffsdaten:
1. Statische Daten
Name — Schiffstyp — Rufzeichen — MMSI Nummer — IMO Nummer — Abmessungen (Länge,
Breite, Position der GPS-Antenne)
2. Dynamische Daten
Position — Kurs über Grund — Geschwindigkeit über Grund — Kurs — Drehgeschwindigkeit
3. Reisedaten
Bestimmungshafen — Tiefgang — ETA (errechnete voraussichtliche Ankunft) - Navigationsstatus
(in Fahrt, vor Anker o.ä).
Bei Klasse-B-Transpondern werden lediglich einige Schiffsdaten wie Name, Rufzeichen, MMSINummer, Abmessungen (Länge, Breite), Position, Kurs und Geschwindigkeit übertragen.
Die Aussendung der Daten erfolgt durch den AIS Transponder automatisch auf einem der beiden
UKW-Kanäle. Die Software des Senders stellt dabei sicher, dass es nicht zur Überschneidung mit
anderen AIS-Signalen kommt. Da das System auf zwei Kanälen arbeitet, ist es vorgesehen,
dass die Daten abwechselnd auf beiden Kanälen gesendet werden. In der Praxis ist das jedoch
nicht immer so. Daher ist es sinnvoll, dass der Empfänger auf beiden Kanälen gleichzeitg
empfängt. Dies ist beim True Heading AIS RX Yacht und CTRX der Fall.
Mit Hilfe eines AIS-Empfängers können die mit einem AIS Transponder ausgerüsteten Schiffe
innerhalb der UKW Seefunk-Reichweite auf einem Bildschirm mit Schiffsymbol, Namen und Kurslinie auf der jeweiligen Position dargestellt werden. Je nach System können beim Anklicken des Symbols weitere Daten angezeigt werden. Voraussetzung ist ein PC-System mit entsprechender Software oder ein AIS-fähiger Kartenplotter, an die der AIS-Empfänger oder Transponder angeschlossen wird.
Abbildung: Beispielhafte Darstellung der AIS-Signale in einem Navigationsprogramm
Z. Zt. Gibt es vier verschiedene Empfängertypen auf dem deutschen Markt.
1. Ein-Kanal Empfänger
Es werden nur die Signale auf einem (fest programmierten) UKW-Kanal empfangen
2. Umschaltbare Ein-Kanal Empfänger
Es werden die Signale auf den jeweils ausgewählten UKW-Kanälen empfangen.
3. Automatisch umschaltende Zwei-Kanal Empfänger
Es werden für einen gewissen Zeitraum die Signale auf einem Kanal empfangen und an den PC oder Plotter weitergeleitet. Dann schaltet der Empfänger auf den anderen Kanal um.
4. Echte Zwei-Kanal Empfänger
Es werden die Signale auf beiden UKW-Kanälen gleichzeitig (parallel) empfangen und an den PC oder Plotter weitergeleitet.
Datenleitung
Ein AIS-Empfänger kann mit einem PC oder Kartenplotter betrieben werden. Daneben gibt es auch Empfänger, die über ein eigenes Display verfügen, z. B. Geräte von NASA oder Furuno. Der AIS-Empfänger sendet die AIS-Informationen u. a. als Datensätze im NMEA-0183 Format. Die Übertragungsrate der AIS-NMEA-Datensätze beträgt 38400 Baud im Gegensatz zu der sonst für die Übertragung von NMEA- Datensätzen üblichen Übertragungsrate von 4800 Baud. Dies bedeutet, dass der AIS-Empfänger immer einen eigenen Eingang am PC oder Plotter haben muss, bzw. über einen „Multiplexer“ betrieben werden kann.
UKW-Antennen für AIS-Empfänger: AIS-Empfänger können über eine separate UKW-Seefunkantenne angeschlossen werden oder es kommt ein Antennensplitter zum Einsatz. Dieser Antennensplitter wird zwischen das Kabel der vorhandenen UKW-Seefunkantenne und das UKW-Seefunkgerät montiert. Für einen AIS-Transponder (Sender) muss immer eine separate UKW-Seefunkantenne und GPS-Antenne eingesetzt werden.